Miriam en France

04-04-2009

Der Abschluss

Juhu :) ich bin heil wieder in Hamburg angekommen, nach einem Zwischenstopp in Geisenheim bei Wiebke und zwischenzeitlichen Ausflügen nach Lübeck. Die Versicherung hat sich inzwischen auch gemeldet und ich bekomme Geld für das Auto ausgezahlt. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Im September nutze ich den Blog wahrscheinlich für meine Schwedenzeit, die ich auf 5 Monate reduziert habe, damit ich zwischendurch auch noch mal Zeit zum studieren hab...

Als Abschluss habe ich euch den Bericht für den nächsten Assistenten geschickt, es ist im Prinzip eine kleine Zusammenfassung.

Ich danke euch fürs fleißige Lesen und eure Unterstützung. Ich habe mich immer riesig über eure Anteilnahme gefreut und es hat mir auch in den etwas dunkleren Stunden sehr geholfen. Bis bald!


"Hallo lieber Assistent, liebe Assistentin!

Du bist also in Trévoux gelandet oder zumindest hier in der Region. Dazu kann ich dich  nur beglückwünschen. Es ist eine sehr schöne Gegend, hier sind tolle Schulen und vor allem freundliche und höfliche Schüler. Zuallererst solltest du dich bei deiner Stammschule melden und dir die Kontaktdaten der zuständigen Deutschlehrer geben lassen. Mit ihnen kannst du dann alles Weitere besprechen. Sie werden dir sowohl bei der Wohnungssuche als auch bei allem anderen behilflich sein. Wenn du kein Auto hast, ist genau jetzt der Zeitpunkt über die Anschaffung nachzudenken oder dich an eine andere Schule versetzen zu lassen. Ohne Auto bist du nämlich ziemlich eingeschränkt und auf die Landbusse angewiesen, die ein paar Mal am Tag nach Lyon oder Villefranche fahren. Es ist zwar möglich, ohne Auto auszukommen, aber doch recht unpraktisch. Falls du also ein Auto hast, kannst du dir überlegen, ob du in Lyon wohnen willst. Das ist zwar für die Fahrt zur Arbeit etwas anstrengend und auch die Mieten sind teurer, aber dafür hast du abends und am Wochenende viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Ich bin erst Ende September nach Trévoux gekommen, aber einige Assistenten fahren schon vorher für ein paar Tage zu ihrem Einsatzort, um sich die Schule anzusehen und nach einer Wohnung zu schauen. Das ist sicherlich hilfreich, aber nicht notwendig. Falls es Probleme bei der Wohnungssuche geben sollte, werden die Lehrer dich für ein paar Tage bei sich unterbringen. Das Lycée stellt den Assistenten eine Wohnung zur Verfügung, in der aber nur zwei Assistentinnen wohnen können. Also ist es so, dass sie an diejenigen geht, die sich zuerst melden. Sie ist vollständig möbliert, sehr groß und billig, außerdem direkt neben dem Lycée und nur fünf Fußminuten vom Collège entfernt.

In der Schule angekommen, mache dich auf die Suche nach dem Lehrerzimmer und dann bitte die Deutschlehrer, dich allen wichtigen Personen, wie dem Schulleiter, der Sekretärin, der Kopierfrau und den Surveillants vorzustellen.

Das Lycée ist ein sehr großes und moderndes Gebäude. Es wurde erst 1990 gebaut und hat nun ca. 1300 Schüler und etwa 130 Lehrer. Die Räume sind gut ausgestattet, allerdings muss man als Assistent manchmal um einen Fernseher kämpfen. Es gibt eine große Kantine, in der es mittags ein gutes Essen mit verschiedenen Gängen gibt. Es ist definitiv besser als die Mensa in meiner Uni und der Preis ist niedrig. Das ist sehr praktisch, weil die Lebenshaltungskosten in Frankreich höher sind als in Deutschland.

In den ersten zwei Wochen habe ich die Lehrer in den Unterricht begleitet, mich am Anfang einmal vorgestellt und Fragen beantwortet und anschließend nur hospitiert. Das ist sehr hilfreich, um einen guten Eindruck der Lehrmethoden, des Sprachniveaus der Schüler und der Inhalte zu bekommen. Nach den zwei Wochen bekam ich meinen Stundenplan und freute mich über einen freien Tag in der Woche.

Im Lycée habe ich teils eigenverantwortlich gearbeitet, teils Themen oder sogar Material vorgegeben bekommen. Die Abiturienten habe ich in Einzelarbeit auf ihr mündliches Abitur vorbereitet. Dafür sind Karikaturen, Bilder und kleine Zitate sehr hilfreich. Teilweise hatte ich sie aber auch in Kleingruppen. Auch für die restlichen Klassen ist die Arbeit mit Bildmaterial, z.B. Karikaturen, Werbung, Titelbilder von Zeitschriften, sehr gut geeignet. Ich lasse dir meinen Ordner hier, der allerdings auch viel Material enthält, das noch von meiner Vorgängerin stammt und das ich nicht verwendet habe. Du bekommst vom PAD eine sehr gute Materialsammlung, die viele Ideenanstöße gibt und mit der man am Anfang sehr gut arbeiten kann. Die Schüler der Seconde hatte ich in kleinen Gruppen von 6 bis 9 Schülern, ausnahmsweise übernahm ich als Vertretung eine ganze Klasse. Partnerarbeit, bei denen sie viel sprechen, ist sehr nützlich (Buch Wechselspiel). Im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich die Schüler am Anfang hoffnungslos überschätzt habe. Ihr Niveau ist niedriger als das deutscher Schüler der vergleichbaren Stufen. Außerdem sind sie am Anfang fast stumm. Es war ziemlich frustrierend, aber es lässt dann mit der Zeit nach.

Im Lycée habe ich zusätzlich mit einer Mathelehrerin gearbeitet, die Mathe auf Deutsch unterrichtet. Das ist aber nicht weiter schwierig, weil es darum geht, dass sie die Möglichkeit bekommt, Deutsch zu sprechen.

Ein Problem im Lycée ist die Raumfrage. Leider ist der Raumplaner etwas chaotisch und verteilt Räume manchmal doppelt oder die Verantwortlichen vergessen einem Assistenten Bescheid zu sagen, dass die Schüler nicht kommen. Das passiert natürlich vorzugsweise am Anfang, wenn man noch nicht so genau weiß, wie alles läuft. Da helfen dir die Surveillants aber gerne weiter und es ist eine gute Möglichkeit, die einzigen Gleichaltrigen in der Schule näher kennen zu lernen.

Die Deutschlehrerinnen sind alle sehr hilfsbereit und nett. Die Zusammenarbeit war sehr einfach und angenehm. Bei Fragen, auch wenn sie nichts mit der Schule zu tun haben, ist es kein Problem, die Lehrer anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Sie haben mich auch ab und zu zum Essen eingeladen, was sehr schöne und vor allem leckere Erfahrungen waren.

Am Lycée waren außer mir noch zwei englische Assistenten und eine spanische Assistentin, mit denen ich außerhalb der Schule etwas unternommen habe. Der englische Assistent hat zudem noch am Collège gearbeitet.

Das Collège ist kleiner als das Lycée und hat nur etwa 600 Schüler und 20 Lehrer. Die Atmosphäre ist dort familiärer. Es gibt ebenfalls eine Kantine, in der man mittags essen kann. Als ich das erste Mal ins Collège gekommen bin, habe ich den Eingang nicht gefunden. Was ich nicht wusste, war, dass man an der Tür klingeln muss, um hereingelassen zu werden, wenn man keinen Schlüssel hat.

Am Collège habe ich nur drei Stunden in der Woche unterrichtet. Dieser Unterricht unterschied sich sehr stark von dem im Lycée. Es gibt nur eine Deutschlehrerin, die aber sehr guten Unterricht macht und auch sonst klasse ist. Ich habe von der Sixième bis zur Troisième alle Klassenstufen unterrichtet. Wir haben die Klassen geteilt, sodass ich eine Hälfte unterrichtete. Im Gegensatz zum Lycée war die Lehrerin also immer in der Nähe, bzw. im Nachbarklassenraum.

Die Schüler im Collège sind sehr motiviert und wollen viel reden. Das erleichtert die Arbeit erheblich, vor allem, weil es eine tolle Abwechslung zum Lycée ist. Allerdings sind ihre Sprachkenntnisse natürlich sehr begrenzt, weil sie erst ein, zwei oder drei Jahre Deutsch lernen. Deshalb ist es einfacher mit Spielen oder Bildern zu arbeiten. Lange Texte oder Diskussionen sind mit ihnen nicht möglich.

Ein echter Pluspunkt des Collèges ist außerdem der eigene Raum, den nur die Assistenten benutzen und somit dekorieren können, wie sie Lust haben. Wenn du also ein paar Postkarten mit lustigen Sprüchen oder Plakate mitbringst, kannst du sie dort aufhängen und im Unterricht etwas damit machen.

Ich fand sowohl die Arbeit am Lycée als auch die Arbeit am Collège sehr interessant. Da es sich sehr voneinander unterscheidet, kann ich nicht sagen, was mir besser gefallen hat. Ich kann jedenfalls nicht beurteilen, welche Arbeit einfacher oder spannender ist.

Leider hatte ich einige Gruppen nur einmal im Monat, andere einmal in zwei Wochen oder einmal in der Woche. Dementsprechend war es schwierig, eine persönlichere Beziehung zu den Schülern aufzubauen und die Schüler zum Sprechen zu bewegen. In Frankreich ist die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern sehr distanziert, sodass es schwierig ist, diese Beziehung als Assistent aufzubrechen. 

Im Allgemeinen kommen wir Assistenten ja nach Frankreich, um möglichst viel Französisch zu sprechen und mit gleichaltrigen Franzosen in Kontakt zu kommen. Das ist allerdings ziemlich schwierig. Wenn du in Deutschland in einem Verein oder einer Organisation bist, suche dir hier etwas Ähnliches, z.B. einen Sportverein, ein Orchester, Pfadfinder,…. Das ist eine der wenigen Möglichkeiten, Menschen kennen zu lernen, mit denen man auch außerhalb der Arbeit Zeit verbringt. Die Menschen sind alle sehr hilfsbereit und freundlich, aber man muss bedenken, dass sie alle ihren bestehenden Freundeskreis haben und nicht darauf warten viele neue Leute kennen zu lernen.

Es gibt ein erstes Treffen aller deutschen Assistenten der Akademie, wo man Kontakte knüpfen kann. Es ist aber natürlich jedem selbst überlassen, ob er viel Zeit mit Deutschen verbringen möchte. Ich habe hier die Erfahrung gemacht, dass es zwischendurch sehr schön ist mit deutschsprachigen Menschen nicht nur am Telefon zu sprechen und vor allem am Anfang Erfahrungen auszutauschen. Auch Studivz war am Anfang eine große Hilfe um Deutsche in Lyon kennen zu lernen.

Mit dem Freizeitangebot sieht es in Trévoux direkt sehr düster aus. Wenn ich etwas unternehmen wollte, bin ich nach Lyon gefahren, wo es sehr viele Möglichkeiten gibt. Auch in Villefranche kann man abends ausgehen. Wenn du einen „Petit Paume“ auftreiben kannst, findest du dort viele Möglichkeiten, was man in seiner Freizeit machen kann und wo man ein schönes Café oder Bars und Restaurants findet. Als erstes kann man natürlich Lyon entdecken. In die Stadt habe ich mich sofort verliebt. Vor allem die Altstadt „Vieux Lyon“ ist sehr sehenswert und Weltkulturerbe. Aber es gibt auch viele tolle Museen, z.B. das Musée des Beaux Arts, das für Studenten umsonst ist und mindestens einen Nachmittag beansprucht. Im Internet kann man kleine Theater finden, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Auf dem Platz Bellecour befindet sich die Touristen-Information, wo du einen Stadtplan bekommst. Auch von deinen Lehrern kannst du über die Sehenswürdigkeiten der Region tolle Tipps und Anregungen bekommen.

Da Lyon in der Mitte von Frankreich liegt, kann man viele Gegenden sehr schnell erreichen. Die Züge sind meistens schneller und auch billiger als ein Auto, für das man auch Maut auf den französischen Autobahnen bezahlen muss. Paris ist innerhalb von zwei Stunden erreichbar, in Avignon ist man in etwas mehr als einer Stunde und auch die Alpen sind zwei bis drei Stunden Fahrzeit entfernt. Das lädt natürlich zu einer ausführlichen Erkundung des Landes ein, die ich dir auch sehr empfehle. Es gibt eine Rabattkarte (Carte 12-25) der SNCF, die sich lohnt, wenn man häufiger den Zug benutzt. Das Lycée organisiert für wenig Geld Ski-Ausflüge an den Winterwochenenden, zu denen man sich anmelden kann.

In Lyon gibt es ein Goethe-Institut mit einer guten Bücherei für Deutsch als Fremdsprache mit vielen hilfreichen Materialien und Ideen. Außerdem bietet das Institut Fortbildungen für die deutschen Assistenten an, die mal mehr und mal weniger hilfreich sind. Auch Sprachkurse bzw. Tandemkurse werden hier organisiert und sind sicherlich eine gute Möglichkeit, um Franzosen kennen zu lernen

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Zurückblickend auf die letzten Monate bin ich sehr froh, dass ich nach Frankreich gegangen bin. Es war eine sehr schöne und interessante Zeit, in der ich viel über die französische Kultur, das Land und die Leute gelernt habe. Man muss die alltäglichen, selbstverständlichen Dinge neu lernen und steht täglich vor großen und kleinen Herausforderungen, wie z.B. einer falschen Telefonrechnung, die in Deutschland kein Problem darstellen würde. Es ist sehr spannend, sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Zudem ist die Unterrichtsvorbereitung und ihre anschließende Durchführung ein wirkliches Abenteuer, weil es immer auf die Stimmung der Schüler ankommt, ob es tatsächlich alles klappt. Man bekommt eine gute Vorstellung davon, was es heißt, Lehrer zu sein – falls das dein Ziel sein sollte. Man muss aber trotzdem bedenken, dass es ein großer Unterschied ist, in Frankreich oder in Deutschland zu unterrichten.

Du wirst viele Gelegenheiten haben, deine Sprachkenntnisse anzuwenden und merken, dass es an einigen Tagen besser funktioniert als an anderen, aber insgesamt immer besser wird. Nutze die Möglichkeiten, die sich dir bieten um dich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Denn davon gibt es eine ganze Menge. Genieße die Zeit, die du hier hast, denn trotz der manchmal ziemlich anstrengenden Arbeit in der Schule wirst du viel Freizeit haben, die du auf jeden Fall zum Entdecken Frankreichs nutzen solltest. Du hast wahrscheinlich ebenfalls vier Mal Ferien, während du hier bist und kannst in der Zeit eine Menge unternehmen.

Ich hoffe, dass du eine fantastische Zeit in Frankreich hast und ebenso gute Erinnerungen an deine Assistenzzeit mit nach Hause nehmen kannst wie ich. Bei Fragen oder Problemen melde dich einfach bei mir."

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30-03-2009

bouche bée

hallo ihrs! Dies wird der letzte Eintrag in Frankreich. Dann habe ich 49 Artikel geschieben und den 50. und letzten schreibe ich euch, wenn ich wieder in Deutschland bin.

Am Samstag war ich mit Gesine in der Stadt und wir haben eingekauft :) Ein letztes Mal in Frankreich shoppen gehen - naja, so richtig war es auch nicht. Wir sind also durch die Stadt gelaufen und haben uns bei den Regenschauern in irgendwelchen Läden versteckt. Später sind wir dann in ein Café gegangen und haben uns noch unterhalten.
Dann ging es nach Hause, weil am Abend noch eine Leiterrunde mit den Aco peds anstand, die mit uns das Sommercamp besprechen wollten. Nach dem Duschen ging es dann sofort wieder los. Nachdem ich Bernard und Céline eingesammelt hatte, lotsten die beiden mich zur Wohnung von Florian, einem der Aco peds. Dann machte allerdings Féréol die Tür auf - und der hat überhaupt nichts mit unserer Runde zu tun. Einen Schritt in die Wohnung und meine Ahnung bewahrheitete sich. Die Pfadfinder hatten eine Überraschungsparty für mich organisiert!!! Die erste halbe Stunde war ich einfach nur noch sprachlos. Das ist mir übrigens noch nie passiert und es war sooo krass. sprachlos/platt = bouche bée
Alle drei Minuten kam jemand und fragte, ob alles okay sei, ich noch etwas zu trinken haben möchte oder irgendetwas essen will. Jeder Wunsch wurde mir sofort von den Lippen abgelesen. Das war aber noch gar nicht alles. Die Pfadfinder hatten am Nachmittag eingekauft und gekocht, sodass es ein super Abendessen gab. Außerdem bekam ich dann Geschenke. Auf zwei Karten mit einer wunderschönen Aussicht über Lyon hatten mit alle ein paar Zeilen geschrieben. Dann haben sie mir eine Kluft geschenkt, weil ich für das Sommercamp ja auf jeden Fall eine eigene brauche. Das letzte Geschenk war nur von meinen Leitern, also den bleus. Es ist ein kleines Spielzeugauto, das von alleine fährt, wenn man es kurz rückwärts über den Boden zieht. Der Kommentar dazu war, dass ich lieber mit so einem Auto fahren solle... Der Unfall war ja auf dem Weg zu einem Pfadfinder-Wochenende mit dem kompletten Essen im Kofferraum.
Es war alles in allem ein fast perfekter Abend, der nur dadurch getrübt wurde, dass ich im Mittelpunkt stand und zwar ausnahmslos. Dabei hasse ich das doch!
Mir wurde dann verboten noch nach Hause zu fahren und die meisten anderen blieben auch über Nacht dort, sodass wir gemeinsam frühstückten und dann zu unseren jeweiligen Gruppenstunden aufbrachen.

Zwar waren mal wieder alle Leiter völlig übermüdet, aber ich habe den Tag trotzdem sehr genossen. Die Sonne schien fast die ganze Zeit und wir spielten, probten Teile des Theaterstücks und bereiteten die Versprechen vor. Die fanden nämlich am Ende des Tages statt. Dabei durften sich die Kinder dann aussuchen, bei welchem Leiter sie ihr Versprechen ablegen wollten. Die Hälfte der Kinder suchte sich mich aus - super. Da musste ich also vier Mal den blöden Text vorlesen, vor allen Kindern und den Eltern und ich habe sowas noch nie gemacht. Letztendlich hat es einigermaßen gut geklappt.
Dann hieß es also mal wieder Abschied nehmen. Von den Leitern hatte ich mich schon nach der Kirche verabschiedet - dachte ich zumindest - und nun kamen die Kinder dran. Als wir dann alles aufgeräumt hatten, tauchten auf einmal wieder fast alle Leiter auf. Also saßen wir noch auf dem Dach in der Sonne und tranken Kaffee. Da hätte ich ewig weiter sitzen können. Es war so schön! Nach dem fünften Mal Tschüss sagen, machten wir uns auch tatsächlich auf den Weg.

Es war ein wunderschönes letztes Wochenende, das wirklich nicht hätte besser sein können. Daran werde ich mich lange zurückerinnern. Allerdings haben die Leiter im Scherz gesagt, dass sie heute oder morgen Abend noch einmal vorbeikommen, um mich noch mal zu entführen...

Heute war ich für eine Stunde im Collège und seither räume ich hier auf. Von Aldi habe ich ein paar Kartons organisiert und packe alles zusammen. Wahnsinn, wieviel mehr Kram ich auf einmal habe... Aber ich war ja auch zwei Mal zuhause und habe Sachen mitgenommen. Ich würde gerade am liebsten alles in mein Auto laden und losfahren :) Naja, das wird noch zwei Tage warten müssen. Jetzt muss ich noch zuende packen und dann putzen. Außerdem noch diverse Sachen unterschreiben lassen, einkaufen und kündigen und und und...

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28-03-2009

die Zeit läuft

Hallo ihr Lieben!

Tja, nun ist es bald soweit. Ich habe immer mehr Dinge, bei denen ich denke: das war das letzte Mal. Einiges ist sehr erfreulich, anderes ziemlich traurig. Am letzten Wochenende war ich mit Maria im Kino. Wir haben die Welle auf deutsch mit einem französischen Untertitel geguckt. Falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, solltet ihr das tun. Es macht ziemlich nachdenklich. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler und klasse Umsetzung.
Ansonsten habe ich gar nichts gemacht und mein letztes freies Wochenende genossen. Zwischendurch habe ich diverse Male versucht ein paar Leute anzurufen, die aber niiiiiiiiiiie da waren...
Ich habe mir nämlich überlegt, dass ich meinen Zwischenstopp auf meinem Rückweg einfach bei Wiebke in Geisenheim mache. Erstens liegt es fast in der Mitte, zweitens haben wir uns ewig nicht gesehen und ich war noch nie bei ihr und drittens ist es definitv kostengünstiger als ein Hotel :) Juhu. Ich freu mich schon!

Montag war auf einmal eine Email in meinem Postfach. Ich werdet jetzt denken, was will sie schon wieder... AAAber, es war eine besondere Mail. Ich hoffe, ihr sitzt jetzt sicher und könnt nicht umfallen. Am Wochenende habe ich so aus Spaß mal ein paar Mails verschickt, um mich über das Erasmusprogramm zu informieren. Naja, die Antwort in dieser speziellen Mail war: Rufen Sie mich sofort an!
Am Dienstag Vormittag habe ich also dort angerufen. Es war eine nette Frau aus dem Mathebereich, die mich sofort auf Französisch begrüßte... Nein, das war nicht die Nachricht. Sie sagte mir, dass die Bewerbungsfristen für das nächste Akademische Jahr bereits abgelaufen seien, also Winter 09 bis Winter 10, aber sie könnte mich noch reinmogeln. Ich hätte also noch zwei Tage Bedenkzeit. Dann soll ich mir überlegt haben, wo ich hinwill (Frankreich oder Schweden) und wann (September 09 oder Januar 10).
Es ist jetzt relativ offiziell: ich gehe im September für ein Jahr nach Schweden und studiere dort hauptsächlich Mathe.

Ansonsten habe ich viele Schüler zum letzten Mal im Unterricht gehabt. Am Dienstag sagte Danielle, dass sie schon Donnerstag nach Hause fährt, die nächste Woche schwänzt und dann erst nach den Ferien wiederkommt. Das war echt traurig. Ich habe noch gar nicht realisiert, dass ich sie erst mal so schnell nicht wiedersehe. Wir haben zwar gesagt, dass ich sie im Sommer besuchen komme, aber mit der ganzen neuen Entwicklung ist es ja etwas unvorhersehbar, was sonst noch alles passiert.

Dienstag nachmittag habe ich Ela in Lyon irgendwo aufgegabelt. Wir waren dann einen Kaffee trinken und abends in einem Bouchon, also einem typischen Lyoner Restaurant in Vieux Lyon. Dort war ich noch nie und eigentlich ist es ein Muss, zumindest einmal dort gegessen zu haben. Das Essen war auch ziemlich gut. Aber wir sind auch kaum Risiken eingegangen, weil wir das genommen haben, was ich zumindest einigermaßen übersetzen konnte. Es ist ein bisschen schwierig, regionale Spezialitäten zu übersetzen, nicht wahr, Mami???
Anschließend sind wir weiter ins Pub Quiz gegangen, wo wir die Engländer alle trafen und auch Laura dazukam. Es war ziemlich witzig, weil uns ein Typ vom Nebentisch ansprach und fragte, wo wir herkommen. Er kam auch aus Hamburg... Gewonnen haben wir wieder nicht, aber ich glaub wir waren so ungefähr 4. Gar nicht schlecht :)

Am Mittwoch habe ich Ela mit in die Schule genommen. Aber ich hatte auch nur zwei Stunden. Mireille kam auf mich zu und fragte, was ich mit den Schülern gemacht hätte, weil sie überhaupt nichts zu Hamburg wussten und ob ich sie die Sachen denn aufschreiben ließe. Jaaa, wann soll ich denn was zu Hamburg machen vor, nach oder zwischen dem blöden Hamburg-Film??? Außerdem haben wir etwas gemacht und nicht aufgeschrieben, weil sie ein Arbeitsblatt bekommen haben. Vielleicht hätte ich sie das abschreiben lassen sollen. Ich weiß nicht, was sie für Vorstellungen hat, aber ich habe so wenig Zeit, dass es alles überhaupt nicht möglich wäre... Letzte Woche sagte sie, dass wir etwas über Lübeck und seine Geschichte machen sollen. Also habe ich ein Quiz gemacht, wo aber auch Hamburg drin vorkam. Sie haben aber wieder nichts aufgeschrieben. Dann sagte sie, ich solle doch was über Lübeck und seine Region machen - Ja, was denn nun? Ja die Region fände sie besser. Dann könnte ich ja was über die nordfriesischen Inseln machen, weil das ja auch direkt zur lübecker Region dazugehört... aaaaaaaaarg. Außerdem interessiert die Schüler das ja auch so sehr. Was soll denn der Mist? Sie fahren genau zu den Orten während ihres Austausches. Da lernen sie innerhalb von 10 Minuten mehr, als ich ihnen beibringen kann und außerdem behalten sie es auch besser, wenn sie es sehen können!!!
Naja, abends waren wir bei der Leiterrunde. Ela saß am Rand und hatte ihr Buch mitgebracht. Ich habe gemerkt, dass mir die Pfadfinder sehr fehlen werden. Vorallem, weil ich in Hamburg erst mal nicht weitermachen kann, wenn ich sowieso wieder weggehe nach ein paar Monaten...

Am Donnerstag war ich für eine Stunde im Collège während Ela weiterschlief. Leider war ich deshalb den ganzen Tag ziemlich platt. Über Mittag sind wir dann nach Trévoux gegangen und haben die Hälfte meiner Schüler dort angetroffen. Juhu. Ansonsten hat Ela mein Tantrix-Spiel entdeckt, dass ja sehr viel mit Mathe und Logik zu tun hat und sie konnte sich sehr ausgiebig damit beschäftigen.

Freitag durfte ich fast ausschlafen und Ela weckte mich mit bereits fertigem Frühstück. Das war toll :) Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Lyon. Die Sonne kam immer mehr zum Vorschein und es wurde ein echt schöner Tag. Erst Fourvière, der Blick über Lyon und das römische Theater, dann kurz durch Vieux Lyon. Aber wir bekamen Hunger und gingen dann zum Rathaus und setzten uns auf den Platz in die Sonne um zu essen. Lecker Steak - trotz bien cuit war es ziemlich rosa...
Anschließend sind wir wieder zurück nach Vieux Lyon gegangen, wo wir durch die Gassen und Läden schlenderten. Ela suchte Mitbringsel, ich ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwester. Nachdem wir alles gefunden hatten, setzten wir uns in ein Café zu Kaffee bzw. Schokolade und Crèpes. Mjammi :) Danach ging es wieder nach Hause. Leider waren wir so voll, dass wir die Maccarons nicht mehr essen konnten, die wir auf dem Weg noch besorgt hatten...
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Heute morgen habe ich Ela gaaanz früh zum Flughafen gefahren. Danach habe ich gefrühstückt und noch ein Stündchen geschlafen. Als ich gerade Frühstück schreiben wollte, fiel mir das Brötchen ein, dass ich gerade noch im Ofen hatte. Das ist jetzt schwarz...
Nachher geht es nach Lyon, weil ich mit Gesine verabredet bin. Leider regnet es jetzt die ganze Zeit. Heute Abend bin ich evtl. mit den Pfadfindern verabredet. Das ergibt sich wohl im Laufe des Tages. Für morgen steht dann die Gruppenstunde an - Wochenende verplant.

Bis sehr bald!

Posté par ferocepapillon à 11:44 - Commentaires [1]

20-03-2009

Entwarnung...

... zumindest vorläufig. Also das Telefon funktioniert wieder, meine Hand kann ich auch wieder fast normal benutzen und auch der Finger lässt Tastaturschreiben zu.


Vorläufig deshalb, weil ich mit einigen Leuten gesprochen habe und wir uns geeinigt haben, dass der Experte mein Auto wohl als Totalschaden abschieben wird. Die Reperatur wäre wohl teurer als das Auto überhaupt wert ist. Allerdings hat sich der Experte noch nicht gemeldet. Wenn es tatsächlich so ist, dann wird die Versicherung mir den Wert auszahlen, aber das Auto einbehalten, was ich persönlich echt fies finde. Dann wäre ich ja nicht einmal für den Unfall entschädigt worden und außerdem komme ich nicht nach Hause!!! Also habe ich mir überlegt, dass die Versicherung sich das Auto aus Deutschland holen muss, weil ich nicht einsehe, dass ich hier plötzlich ohne mein Auto stehe. AAAAH. Es geht also weiter...

Dienstag bin ich noch einmal in die Werkstatt gefahren, um die Glühbirne austauschen zu lassen. Es war wieder der nette Mechaniker da, der mir beim letzten Mal einfach auf die Lichtanlage gehauen hat und es funktionierte anschließend wieder. Er ging also die Birne holen und baute sie ein - es funktioniert *yeah* wenigstens etwas. Ich hatte schon Angst, dass die Elektronik irgendwas abbekommen hat. Dann wollte ich bezahlen, hatte aber kein Bargeld dabei. Normalerweise kein Problem, sie nehmen ja überall Karte und ich habe auch ein Kartenlesegerät im Büro gesehen. Dann meinte er doch einfach, dass es nicht so schlimm sei und die 2 Euro könne die Werkstatt wohl verkraften. Ich habe angeboten noch einmal wiederzukommen, aber nö, das sei nicht nötig!!! Das ist ab heute mein Lieblingsfranzose!

Mittwoch war ich mit Danielle, Isobel und Paula in Lyon verabredet. Hier ist seit über einer Woche jeden Tag strahlender Sonnenschein und so saßen wir auf dem Place des Terraux gegenüber vom Rathaus in einem Restaurant und aßen Mittag. Es war so schön, dass wir tatsächlich im T-Shirt dort sitzen konnten :)

Am Donnerstag war mal wieder Streik. Es war sooo lustig! Im Collège holen wir die Schüler immer auf dem Schulhof ab, wo sie geordnet in Klassen stehen und auf die Lehrer warten. Gestern war es aber so, dass nicht mal ein Viertel der Schüler da war! Natürlich waren auch viele Lehrer nicht da, aber die waren ja auch im Streik. Die Eltern haben viele Kinder einfach vorsorglich nicht zur Schule geschickt, weil es mit den Schulbussen ja so schwierig ist... Sehr lustig ging es dann auf dem Schulhof zu. Denn die Schulleiterin versuchte, alle Schüler bei irgendwelchen Lehrern unterzubringen, sodass also nicht einmal die anwesenden Lehrer richtig unterrichten konnten :)
Aber die erste Klasse war ziemlich zahlreich. Es waren über die Hälfte der Schüler da. Wir guckten in der ersten Stunde Goodbye Lenin und da einige danach keinen Unterricht hatten, blieben wir in der nächsten Stunde da, während Maria mit den 5° Unterricht machte. Die armen Schüler hatten zu fünft Unterricht.
Am Nachmittag im Lycée hatte ich mich schon darauf eingestellt, dass meine Schüler nicht alle kommen. Aber dass gar keiner kommt, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich bekam zwischendurch eine SMS, dass zwei Schülerinnen nicht da sein würden. Naja, sind ja meine Einzelschüler, also bleiben noch 2... die natürlich auch nicht aufgetaucht sind.

Heute begleite ich Karin ins Collège in Belleville. Sie arbeitet auch an zwei Schulen. Es wird interessant sein, mal ein anderes Collège zu sehen. Dort an der Schule gibt es sogar drei Deutschlehrer. Allerdings ist nur eine Vollzeit-Lehrerin. Karin arbeitet ja nur zur Hälfte dort und es gibt noch einen Referendar, jaaa, es soll tatsächlich ein Mann sein!!!
Anschließend gucke ich mal, was ich mit meinem Nachmittag noch so anstelle.

Sooo, noch zwei Wochen. Mal sehen, was dieses Land noch so an bösen Überraschungen für mich hat...

Posté par ferocepapillon à 08:56 - Commentaires [4]

19-03-2009

telefon

falls sich jemand wundert, mein Telefon funktioniert grad nicht. Da ich ja noch nicht genug Probleme habe, ist die Leitung irgendwie im Eimer... Außerdem habe ich mir gestern meinen Fingernagel eingerissen, sodass Tastatur-schreiben ziemlich ätzend ist. Einen Bericht gibt es also später.

Hab euch lieb

Posté par ferocepapillon à 08:03 - Commentaires [2]




16-03-2009

meine Eltern

Heyo :)

Wieder sind ein paar Tage vergangen und heute in drei Wochen fängt die Uni schon wieder an. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll. Aber ich habe entschieden, dass die letzten Tage - ja, langsam kann ich in Tagen zählen - einfach Urlaub sind. Denn den bekomme ich dann erstmal nicht so schnell wieder.

Mittwoch in der Leiterrunde wurde mir erstmal eröffnet, dass Bernard und ich die Gruppenstunde am Samstag alleine schmeißen und er auch früher weg muss, womit ich dann für eine Stunde alleine mit 20 französischen Kindern gewesen wäre. Das haben wir zum Glück noch anders regeln können.
Am Donnerstagmorgen bin ich in die Autowerkstatt gefahren, damit sie dort Fotos machen und sie zur Versicherung schicken. Der Mechaniker nahm seinen Fotoapparat, sah sich das Auto an und meinte dann, dass er einen Experten anrufen würde, weil der sich den Schaden ansehen müsste. Toll. Der Experte kündigte sich für den Nachmittag irgendwann zwischen zwei und sechs an. Das war ja mal mega-schnell. Das einzige Problem: die Werkstatt war in Villefranche und ich hatte nachmittags noch Unterricht. Also bin ich zurück gefahren und habe nach Lehrern gesucht, die mich fahren können. Cendrine hatte gerade eine Freistunde aber üüüüberhaupt keine Zeit. Schade. Naja, Maria hat dann ihre Mittagspause sausen lassen - zumindest einen Teil davon und mich hingebracht. Dadurch habe ich leider das deutsche Essen in der Kantine verpasst und auch den Vortrag der deutschen Konsulin (ich glaube inzwischen, dass es die Botschafterin ist). Das Essen soll wohl ziemlich gut gewesen sein, der Vortrag weniger... Nach dem Unterricht holte Danielle mich ab, um mein Auto wieder einzusammeln. Der Mechaniker meinte, dass der Experte sich meldet, aber seiner Meinung nach sei der Schaden größer als der Wert des Autos und somit würde ich den Wert vor dem Unfall ausgezahlt bekommen. Mal sehen.
Danach habe ich dann meine Eltern vom Flughafen abgeholt und in meine nicht geputzte Wohnung gebracht, weil ich ja den ganzen Tag keine Zeit hatte... ups. Nein - so schlimm sah es auch nicht aus.

Am Freitag sind wir nach Lyon gefahren und haben ein bisschen Touristen gespielt. Hier ist zur Zeit seeehr gutes Wetter. Seit Mittwoch haben wir nur Sonne und ab dem späten Vormittag ist ein Jacke definitiv zu warm :) sehr schön! Somit saßen wir mittags also in Vieux Lyon in der Sonne und haben in einem Restaurant gegessen.
Für Abends hatte ich mit Maria und Mireille abgemacht, dass sie kurz vorbeikommen und meine Eltern kennenlernen. Die anderen beiden hatten leider keine Zeit. Nur gab es bei Maria dann ein kleines Problem, weshalb sie nicht kommen konnte. Also war nur Mireille da. Es war aber trotzdem sehr nett.

Am Samstag stand für mich wieder volles Programm auf der Tagesordnung. Vormittags war im Lycée Tag der offenen Tür und ich bin mit meiner Mama kurz rüber gegangen, damit sie die Schule einmal von innen sieht. Als wir zum "Deutschraum" kamen, sahen Mireille und Marie-Andrée mich und zerrten mich in den Raum, wo sie gerade einen kleinen Vortrag hielten. Da stand ich also und ließ mich vorstellen. Danach durfte ich wieder gehen... komisch war das :D
Danach haben wir meinen Vater abgeholt und uns Trévoux angeguckt. Nur ganz kurz, weil wir danach bei den Pfadfindern eingeladen waren, die meine Schwester für vier Wochen aufnehmen. Es war sehr witzig, weil mein Vater sogut wie kein Französisch spricht und einfach immer Deutsch gesprochen hat. Das tolle daran: es verstehen ihn trotzdem immer alle!!! Wir haben also dort ein sehr leckeres Essen bekommen und ich wurde dann von Bernard abgeholt zur Gruppenstunde. Meine Eltern blieben noch dort um die Einzelheiten zu besprechen.
Die Gruppenstunde war wider Erwarten ganz gut. Ein bisschen Spielen, Theaterprobe und dann ging es auf einen laaaangen Fußmarsch. Zuerst zu den Pioniers, also der Gruppe, die 14-17 Jahre alt sind. Dort haben wir Kuchen gegessen und Bernard verabschiedete sich. Mit den Pios sind wir dann weitergelaufen, um irgendwann nach 6 Kilometern bei der Kirche anzukommen, in der ein von den Pfadfindern organisierter Gottesdienst stattfand. Auf dem Weg dorthin verlor ich immer nach einander die Hälfte meiner Kinder. Als wir in Neuville aufbrachen, waren es 21, an der Kirche angekommen nur noch 10... Die anderen wurden auf dem Weg von ihren Eltern eingesammelt. Nein, ich habe sie nicht wirklich verloren :D
Nach dem Gottesdienst war noch ein Vortrag von Elise und Céline über ihre Reise auf die Philippinen im letzten Jahr. Da konnte ich leider nicht hingehen, weil mein Vater alleine Zuhause saß. Meine Mutter war nämlich zum Gottesdienst gekommen. Naja, man kann halt nicht alles haben :(

Gestern Mittag habe ich meine Eltern dann wieder zum Flughafen gebracht und hatte die Wohnung für mich alleine. Es war schön, dass sie hier waren, aber natürlich auch anstrengend. Ich bin aber nicht einmal richtig mit meinem Vater aneinander geraten. Ich glaube, das ist neuer Rekord!!! Wir haben uns aber auch beide sehr zusammengerissen.

Heute hatte ich schon eine Stunde im Collège, gleich gibts Mittagessen und später meine einzige Lycée-Stunde für heute. Mireille besteht übrigens darauf, dass ich mit den Schülern den Unterricht nachhole, den sie verpasst haben, weil sie nicht da waren. Find ich ziemlich unfair, weil ich mir die Zeit um die Ohren geschlagen habe und auf sie gewartet habe. Also mal wieder doppelter Zeitaufwand für mich. Aber ich kann ja schlecht was sagen, weil ich sowieso selten meine Stundenzahl voll kriege...

Ach ja, mir ist dieses Wochenende gar nichts passiert. Hmm... doch kein Fluch?

Posté par ferocepapillon à 11:21 - Commentaires [1]

11-03-2009

noch 3 Wochen...

HAAAAAALLLOOOO :)

Aaaalso (Doppelpunkt, Anführungszeichen unten, tief luftholen): Es geht ein bisschen aufwärts. Ich habe am Dienstag doch tatsächlich mit einem Versicherungsmenschen in Deutschland telefoniert, der Ahnung hatte und mich an eine deutsch-sprechende, französische Versicherungstante weitergeleitet hat, die mich an ihre nette, kompetente und deutsch-sprechende Kollegin weitergeschickt hat. Mit der habe ich dann besprochen, dass ich in eine Werkstatt hier in der Nähe fahre, Fotos vom Auto machen lasse und die dann zum Experten geschickt werden. Dann muss ich da noch mal irgendwann hinfahren und das Auto reparieren lassen und bekomme in der Zeit einen bezahlten Leihwagen. Außerdem regelt die Versicherung alles Finanzielle und es war sehr deutlich, dass die Menschen mir meinen Schaden auch bezahlen *juhu* Ich hatte ja ein bisschen Angst, dass meine Unfallfrau sich irgendwie quer stellen würde.
SO. Fertig, mal sehen, was dann morgen passiert.

Ansonsten ist eigentlich nichts wirklich erwähnenswert. Unterricht läuft wie immer. Mit den 2° habe ich den Film bald zuende geguckt *whoop* Meine Hand tut immer weniger weh und ich habe mich vom montägigen Schlafmangel erholt.

Heute Abend ist Leiterrunde und morgen Abend kommen meine Eltern. Außerdem kommt die deutsche Konsulin - wie heißt diese blöde Wort auf Deutsch? - und es gibt das deutsche Essen in der Kantine, zu dem ich nicht gehen kann, weil ich im College Unterricht habe. Schade.

Posté par ferocepapillon à 13:10 - Commentaires [2]

09-03-2009

der verfluchte Samstag

Jetzt will ich aber wirklich nach Hause! Die arme Johanna war hier und musste sich die ganze Zeit mein Gejammer anhören...

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Mit der Versicherung klappt irgendwie gar nichts. Die Franzosen sagen, ich soll mich an meine Versicherung wenden, meine Versicherung schickt mich zurück und bei der nächsten Nachfrage soll ich auf einmal zu einer anderen deutschen Versicherung, die als Vermittler dient, sich aber erst um mich kümmert, wenn ich mich schriftlich bei ihnen gemeldet habe...

Ansonsten ist meine Woche fast ereignislos verlaufen, überall nur Stress und dafür bin ich momentan sehr anfällig. Am Donnerstag kam Johanna dann und ist alleine vom Flughafen in die Stadt gekommen und hat sich dort umgesehen. Das war für mich schon mal eine riesige Erleichterung. Dann wurde die Leiterrunde abends abgesagt und es entstresste sich ein wenig.

Freitag Vormittag haben wir uns nach einer Werbestunde Deutsch von Maria in einer 5. Klasse Trévoux angesehen. Die 5. KLassen wählen nächstes Jahr eine zweite Fremdsprache und haben die Wahl zwischen Deutsch und Italienisch.

Mittags aßen wir im Lycée in der Kantine und anschliessend hatte ich ein Zusammentreffen der besonderen Art mit Cendrine. Ich sollte für Montag um 10 Uhr einen Raum mit Fernseher organisieren, was sich aber als nahezu unmöglich erweist, weil es einfach eine Zeit ist, an dem sämtliche Räume besetzt sind - von den Fernsehern brauchen wir gar nicht erst zu sprechen... Durch den Unfall habe ich das total vergessen und war ein wenig in der Bredouille. Allerdings hat sich Cendrine auch nicht gerade freundlich benommen... Ich habe also einen beweglichen Fernseher aufgetan, der aber der Fachschaft Englisch gehört und mir wurde verboten das Ding zu benutzen. Cendrine sagte dazu nichts weiter - einfach nur hmm, naja. Ähm, ja. Soviel dazu, dass die Assistenten immer übergangen werden. Gerade letzte Woche hatte sie sich in Gemeinschaftsarbeit mit Mireille darüber aufgeregt, aber wenn sie es macht, ist es ja nicht weiter dramatisch...

Am Nachmittag fuhren wir nach Lyon und sahen uns bzw. eher Johanna sich Vieux Lyon, Fourviere und das römische Amphitheater an. Letzteres hatte ich auch noch nicht gesehen, weil ich dachte, dass es voll weit weg ist. Nach zwei Minuten Fußweg standen wir dann direkt davor...

Dann gab es noch einen Tee und irgendwann ging es Richtung Trevoux, wo wir beide relativ platt ins Bett fielen.

Samstag Vormittag ging es dann wieder los. Kurz bevor wir losfahren wollten bin ich auf meiner schönen Holztreppe ausgerutscht und die Treppe runtergesegelt. Das habe ich vorher schon mindestens dreimal gemacht, aber dieses Mal tat es echt weh - und zwar so sehr, dass ich mir am Anfang nicht sicher war, ob der Daumen noch heil ist. Das ist er zum Glück, aber am Wochenende konnte ich die Hand dann nur noch eingeschränkt benutzen. Johanna musste sich also noch mehr Gejammere anhören und mir zusätzlich noch die Schuhe zubinden... Jetzt sieht die Hand auch echt übel aus. Aber es tut zum Glück nicht mehr doll weh.
Naja, nach gemeinschaftlicher Autofahrt (Johanna war für die Handbremse zuständig, die ich leider nicht mehr alleine lösen konnte...), erreichten wir Lyon heil und liefen noch ein bisschen durch die Gegend. Mittags machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um nach Valence zu fahren. Dort holte uns Johannas Großonkel Benno ab und dann war ich als Touristenführer abgelöst :) Da er schon etwas älter und zu Fuß nicht mehr so gut ist, bekamen wir einen Autospaziergang. Nun kenne ich also auch die Ardeche und die Dombes - viele Berge, Brokkoli-Bäume (die sind soooo toll!) und schmale Straßen.
Benno ist Holländer, der seit 30 Jahren in Frankreich lebt und auch eine französische Lebensgefährtin hat. Er spricht aber auch ziemlich gut Deutsch, sodass das unsere Sprache war, wenn Christiane nicht dabei war. Abends kochte sie ein tolles typisches Essen der Region, lustige Nudelplatten mit Spinat gefüllt. Dann war es schon halb elf und ich halb tot.

Da wir uns dachten, dass ein Sonnenaufgang in den Bergen bestimmt schön ist, kamen wir irgendwie auf die schwachsinnige Idee, dafür aufzustehen... Der Sonnenaufgang war auch schön, aber im Nachhinein hätte ich doch lieber noch geschlafen, vor allem, weil ich mit dem Gefühl aufwachte, überhaupt nicht geschlafen zu haben.
Sonntag sind wir wieder mit Benno durch die Gegend gefahren und haben in Mirmande angehalten. Das ist ein niedliches, kleines Dorf, das ziemlich zerfallen war und gerade wieder aufgebaut wird. Dazu werde ich euch noch Fotos hochladen, wenn es euch interessiert. Außerdem gibt es in diesem Dorf ein fantastisches Restaurant, das wir mittags besuchten. Mjaaaammi! Es war übrigens mein erstes französisches Restaurant und das nach fast sechs Monaten... ups. Mein Nachtisch war so geil! Davon könnte ich mich mein restliches Leben ernähren. Eine Kugel total leckeres Vanilleeis und dazu einen so schokoladigen Schokokuchen mit warmer Schokofüllung :D

Insgesamt war es total schön und wir hatten echt ein schlechtes Gewissen, weil wir als Präsent "nur" Marzipan und eine Flasche Wein mitgebracht hatten und die zwei sich soviel Mühe gegeben haben und soviel Zeit investiert haben.
Gestern Abend kamen wir dann völlig müde zuhause an mit der Aussicht, um 4 aufzustehen. Für mich kam dann  noch dazu, dass ich von acht bis fünf arbeiten musste und für Johanna, sich alleine in Paris durchzuschlagen, nicht ausgeraubt zu werden und rechtzeitig am Flughafen anzukommen. Jaaa, irgendjemand hat nämlich um 5 Uhr 15 den Zug gebucht... Macht das noch jemand, weigere ich mich Taxi zu spielen :P

Dementsprechend ging es mir heute morgen natürlich richtig gut. Dazu kam noch, dass ich für 8 keinen Unterricht vorbereitet hatte - jedenfalls nicht gut und für 10 noch keinen Fernseher. Da mein erster Schüler gleich einfach nicht kam, konnte ich da versuchen, einen Fernseher zu organisieren. Das war ziemlich schwierig und ich lief vom Büro der Surveillants zum Chef de Travaux, zu Klassenräumen und schließlich zu M. Devos, der dann auch irgendwann auftauchte... Letztendlich - also nach 1 Stunde - organisierten wir einen Fernseher aus dem 4. Stock und brachten ihn samt ausgeliehenen Fahrstuhlschlüssel in den 2. Stock zu meinem Klassenraum. Bis dahin war ich schon völlig entnervt - wundert das irgendwen???
Von Cendrine kam irgendwann heute Nachmittag nur die Frage, ob es denn heute Vormittag alles geklappt habe... Ich hätte am liebsten geschrieen. Dafür muss sie am Samstag den Tag der offenen Tür als Vertreterin für das Fach Deutsch organisieren *ätsch*
Mireille fragte mich heute, wie weit ich denn mit dem Film sei und dass es ja für die Schüler zu langweilig sei, wenn ich den Film zu lange zeige - ähm - HÄÄÄÄÄÄÄH??! Ich kann doch schlecht nur die Hälfte zeigen, oder? Naja, einfach den Kommentar verkneifen und weiter gehts.

Noch 3 Wochen und 3 Tage - NEIN, ich zähle nicht. Das kommt euch nur so vor...

Posté par ferocepapillon à 17:40 - Commentaires [3]

01-03-2009

sonnenbrand, scouts und unfall

okay, jetzt reicht es wirklich mit dem Autofahren. Irgendwie haben sich die Franzosen gedacht, dass mein Auto noch nicht ganz nach Frankreich passt und man nachhelfen müsste. Ich habe es ja nur ein bisschen demoliert. Also hat sich gestern eine nette Frau gedacht, dass sie absolut hilfsbereit mir hinten drauf fahren möchte. Ich bin also in den Kreisverkehr gefahren und kam nicht wieder raus, weil zuviele Autos da waren. Ich stand schon mindestens eine Minute bis es auf einmal einen riesen großen Krach gab und ich ziemlich durchgeschüttelt wurde. Tat ganz schön weh... Jaaa, das hat echt gesessen und ich war nur froh, dass Céline bei mir war. Ansonsten hätte ich echt ein Problem gehabt. Sie hat mir nämlich ziemlich geholfen. Wir sind also zum nächsten Parkplatz gefahren und dann haben wir Bernards Vater angerufen, der alles geregelt hat. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich ganz aufgeschmissen. Er war gestern über zwei Stunden bei dieser dummen Frau und hat mit ihr und ihrem Mann hin und her diskutiert und heute waren wir noch mal da. Mein Auto sieht jetzt so aus, wenn ihr genau hinguckt, seht ihr bei ihrem eine kleine Delle auf der Motorhaube:

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Fein! So fing also das Pfadfinderwochenende an. Ich war gerade mit Céline einkaufen und die Einkäufe waren alle im Kofferraum, den ich jetzt nicht mehr öffnen kann... Nun ja. Aber dafür schien den ganzen Samstag die Sonne. Wir waren mit den Kids also den ganzen Tag draussen in der Sonne und jetzt habe ich einen Sonnenbrand. Ganz leicht, aber immerhin. Zuerst haben wir mit dem Theaterstück angefangen. Leider ist erst die Hälfte fertig, weil es alles nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Leiter schreiben das Stück, bzw. die Dialoge. Alles andere ist ja mit den Kindern zusammen ausgearbeitet worden. Es waren die ersten Proben und die klappten ausgesprochen gut. Hätte ich echt nicht gedacht. Außerdem setzen die Kinder die Dialoge echt super um.
Später gab es "Abendbrot": Tartiflette. Das hatte ich vorher noch nie gegessen, aber absolut zu empfehlen. Kartoffeln, Schinken und Sahne überbacken mit gaaanz viel Käse *jammi*
Das Abendprogramm ging wieder ins Imaginäre. Sehr cool, Pierre, der Bruder von Bernard hat uns geholfen, weil wir die Kinder ins Mittelalter entführt haben. Er hat Feuer gespuckt und das sah echt klasse aus. Aber auch sonst war der Abend super. Es ging um die vier Elemente: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Für die Luft habe ich das Spiel geleitet, was echt eine Herausforderung war. Es war das erste Mal, dass ich sowas ganz alleine gemacht habe, aber es hat ganz gut geklappt.
Dann ging es irgendwann endlich ins Bett und ich war sooo froh darüber. Es war natürlich kein Bett sondern "nur" eine Isomatte samt Schlafsack und ich habe auch die ganze Nacht fast nicht geschlafen. Dementsprechend gut ging es mir also auch heute morgen. Der Tag fing damit an, dass ich auf mein Handy guckte, das Datum sah und dachte: "Scheiße!" Heute hat Malte Geburtstag und ich habe vergessen, ihm etwas zu schicken, obwohl ich den halben letzten Monat daran gedacht hab. Danach ging es mit einem Gottesdienst weiter, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Der Pastor sagte nämlich Dinge wie die Bezeichnungen "Achse des Bösen"  oder "Achse des Guten" sind keine christlichen Aussprüche, weil man im Christentum nicht alles als schwarz und weiß betiteln kann. Hahaha und da sagen die Amis doch immer, dass sie so religiös sind...
Anschließend gab es Mittagessen und dann hat irgendwer in den frisch gestrichenen Toiletten gekokelt, sodass wir das Spiel ausfallen lassen haben zu Gunsten einer ausgedehnten Putzaktion, weil sich der  oder die Schuldigen nicht gemeldet haben, obwohl es ausreichend Gelegenheiten gab, sich zu melden. Da waren sie alle glücklich - und wir erst...

Jetzt bin ich wieder zu Hause, es gibt nichts zu essen und ich bin seeehr müde. Morgen muss ich mal meine Lehrer fragen, wie das mit der Versicherung in Frankreich läuft. Das ist alles so ätzend!!! Darf ich jetzt nach Hause kommen? Jetzt ist der Prozess mit Olaf vorbei und dann kommt bei meinem Glück wahrscheinlich gleich der nächste und diesmal in Frankreich *jucheee*

Danke für die vielen lieben Kommentare :) Das baut mich doch ein bisschen wieder auf. A bientôt!

Posté par ferocepapillon à 18:53 - Commentaires [6]

26-02-2009

früüüüüüüüüüüüüühling

Jetzt wird es tagsüber schon richtig schön. Heute ist die Luft klasse und die Temperaturen auch sehr angenehm. Es reicht schon fast ein Pulli. Juhu :)

Okay, mal sehen. Ich habe mal wieder eine Beschwerde bekommen, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Aber ich hatte keine Lust und außerdem ist irgendwie nicht so viel passiert... obwohl... mir fällt da grad was ein *freu*

Mein letztes Wochenende in den Ferien habe ich damit verbracht, zu lesen, fernsehen zu gucken und einfach gar nichts zu machen. War auch ganz gut so, weil ich sonst wahrscheinlich sofort wieder krank geworden wäre.

Am Montag ging es dann wieder los in die Schule. Den tollen Film gucke ich immer noch mit den Schülern. Da werde ich wohl auch nicht mehr von loskommen. Bäh. Egal, Augen zu und durch und so. Man hat richtig gemerkt, dass Ferien waren, weil die Schüler diese Woche echt schlecht waren.
Nachmittags kam Maria vorbei, um die Stunden für diese Woche zu besprechen. Ich werde jetzt parallel mit ihr den gleichen Stoff machen, sodass nicht so viel Zeit verloren geht. Das ist eine ganz andere Art von Herausforderung.

Dienstag war der Unterricht okay, wobei das Collège immer angenehmer ist als das Lycée. Ich weiß schon, warum ich nur GruMi studiere. Aber es kamen wieder Fragen auf wie: Was ist der Plural von Kontrabass? und wie wird bitte Portrait/Porträt geschrieben? Hmmm... Vorschläge?
Ach ja, das habe ich schon fast verdrängt. Während des Films setze ich mich meistens nach hinten in die Klasse. Leider habe ich mich neben den Stuhl gesetzt und saß dann auf dem Boden. Die Schüler fanden es sehr lustig. Es war mir aber gar nicht so peinlich, wie es noch vor einem halben Jahr gewesen wäre. Peinlich war es trotzdem.
Jetzt weiß ich es natürlich, aber wenn ich das so gefragt werde und auf Anhieb antworten muss...
Abends ging es mit Danielle zum Pub Quiz. Unterwegs haben wir Paula eingesammelt und uns dann mit Sarah, Izobel und ihrem Freund Tim getroffen. Die Fragen waren total ätzend. Die ersten 16 bestanden darin, Schwarz-weiß-Abbildungen von Fußballtrikots der Nationalmannschaften das jeweilige Land zuzuordnen. Da war dann mal alles vorbei. Nach Deutschland, England, Frankreich und Italien wurde es dann nämlich ziemlich schwierig. Vorallem, wenn man nicht mal weiß, welche Länder zur Auswahl stehen.

Gestern habe ich mit meiner Mama telefoniert. Sie war bei dem Gerichtstermin wegen meines Piratengeldes. Da sie so genial ist, hat sie die ganze Angelegenheit in den 20 Minuten geregelt, die sie eher da war. Es stellte sich heraus, dass es ein riesiges Kommunikationsproblem gegeben hat und wir uns die letzten 1 1/2 Jahre Ärger hätten sparen können... Zumindest hat sich jetzt alles geklärt, noch dazu zum Positiven und die Gerichtskostenbeihilfe bezahlt mir sowohl die Anwältin als auch den Prozess *yesssss*

Abends haben wir das Pfadfinder-Wochenende fertig vorbereitet, das Samstag und Sonntag ist. Das Programm ist gut ausgearbeitet und es sieht nach ziemlich viel Spaß aus, wenn ich nicht wieder krank werde. Es wird nämlich gerade wieder schlimmer mit der Erkältung. Wir haben  außerdem darüber gesprochen, dass  für das Sommerlager zu wenig Leiter da sein könnten, weil Elise vielleicht arbeiten muss. Ich werde eventuell hinfahren, wenn es zeitlich passt und es tatsächlich mit dem Zuschuss für die Fahrtkosten passt. Wobei mir alle drei zusicherten, dass es überhaupt kein Problem sei. Das wär cool! Dann habe ich nämlich erstens eine Freizeit im Sommer und zweitens habe ich zwei ganze Wochen, in denen ich jeden Tag die ganze Zeit nur Französisch spreche *whoop* Hoffentlich klappt es!
Céline und Elise haben die Twilight-Bücher ausgetauscht und da hab ich mir doch glatt mal das erste auf Französisch eingepackt. Lustig, mit wievielen Leuten ich darüber in letzter Zeit gesprochen habe. Sehr cool finde ich auch, dass jetzt der Mega-Hype um die Bücher und den Film losgeht und mein Schwesterherz mir die Bücher schon vor über einem Jahr gegeben hat. Danke übrigens :)

Ansonsten habe ich versucht, mit dem Rectorat auszuhandeln, dass ich meine Stunden vorarbeiten darf. Das haben sie am Anfang gesagt und jetzt ist es auf einmal nicht mehr möglich, weil die Versicherung das nicht erlaubt. Dementsprechend muss ich also kündigen und kann nicht mal eine Krankschreibung schicken, weil sie es ja wissen. Schade...

Heute war der Unterricht ausgesprochen gut. Sowohl am Collège als auch am Lycée hat es mir Spaß gemacht. Juhu. Dann kann ich ja vielleicht doch weiterstudieren. Ich habe mir übrigens ein neues Thema für meine Hausarbeit rausgesucht. Frankreich hat die höchste Geburtenrate in ganz Europa. Da habe ich mir gedacht, das hat bestimmt etwas mit dem Schulsystem und der ganzen Kinderversorgung zu tun. Ich könnte also das deutsche und französische System auf die Elternfreundlichkeit hin überprüfen bzw. vergleichen. Wie hört sich das an? Abgesehen von der absolut schlechten Formulierung...

Hab ich euch eigentlich erzählt, dass ich geblitzt wurde? Zumindest glaube ich das. Der Mensch im Auto neben mir war sich nämlich auch nicht sicher, wen es jetzt getroffen hat. Das war relativ kurz nach meinem "Unfall" und ich wollte aus lauter Frust mein Auto nicht mehr benutzen.


Jetzt sind es noch genau fünf Wochen. Ich zähle schon :) Juhu. Bald bin ich wieder Zuhause!
bis zum nächsten Mal! Kommentare sind wie immer gerne gesehen :)

Posté par ferocepapillon à 17:51 - Commentaires [4]